Die Aufarbeitung der historischen Giftgasfabrik Orgacid in Halle-Ammendorf bewegt die Anwohner weiter. Betroffene wie Kerstin Stroich blicken kritisch auf ihre Kindheit neben dem einst ungesicherten und offen zugänglichen Gelände zurück. Recherchen und ein Gutachten der Stadt machten bereits vor einigen Jahren öffentlich, dass im Grundwasser Abbauprodukte des chemischen Kampfstoffes Lost nachgewiesen wurden. Der Kampfstoff-Experte Johannes Preuß wies nach, dass nach dem Zweiten Weltkrieg nicht sämtliche Kampfstoffe vernichtet worden waren. Zeitzeugen berichten von historischen Neutralisationsversuchen in den fünfziger Jahren sowie von Einsätzen von Spezialtruppen der NVA zu Beginn der neunziger Jahre. Nun bringt ein neues Gutachten des Altlasten-Experten Tobias Bausinger neue Dynamik in die Debatte. Er fordert zusätzliche Messstellen und gezielte Bohrungen an Verdachtsstellen wie dem alten Lost-Bunker oder dem Feuerlöschteich. Zudem drängt eine von Erich Gadde gegründete Bürgerinitiative, die aus ehemaligen Beschäftigten des späteren Plastwerks besteht, auf eine Totalsanierung des Areals. Hoffnung auf eine vollständige Beseitigung der Altlasten keimt auf, da die Stadt Halle das Gelände auf eine Prioritätenliste für Sanierungsobjekte im Rahmen der Kohleausstiegs-Förderung gesetzt hat, um dort künftig ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln. Quelle: mdr.de – Radio, Fernsehen, Nachrichten für Mitteldeutschland (Alemania) #Halle #Giftgas #Umweltschutz #Altlasten #SachsenAnhalt
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