Auch Republiken können kriegerisch sein. Doch Gewalt ist keine Lösung. Selbst ein „Deal“ ist besser als die Zerstörung in einem endlosen Krieg. Ein Gastbeitrag. Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert. Demonstration von Friedensinitiativen und linken Parteien unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ im Oktober 2025 in Berlin Es ist hohe Zeit, die Sprüche über den nächsten Krieg, von dem die Leute so geläufig, gleichmütig und abgenützt seit Jahren reden, zu hinterfragen. So ähnlich schrieb Bertha von Suttner 1889 in „Die Waffen nieder!“ Sie sah in kriegerischer Gewalt nicht den Gewinn für die einen und den Verlust für die anderen, sondern den Untergang für alle. Ihr war bewusst, dass auch Republiken kriegerisch sein können. Untergang und Tod drohen jeden Tag, an dem der Krieg tobt. Er muss beendet werden. Wir glauben, dass Suttners Aufforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehr denn je Verpflichtung ist – und dass ihr Folge zu leisten ist. Was Suttner erkannt hatte, muss aufhören: massenhaftes Sterben an allen Fronten, das qualvolle Liegenlassen der Verwundeten, der Verlust geliebter Menschen, Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten durch das direkte und indirekte Schlachtgeschehen und das Grauen der Nachwirkungen. Lazarette, amputierte Gliedmaßen und das „Wiedererwachen der Bestialität“ im Menschen, sobald der Krieg ausbricht. Heute gesellen sich die Auswirkungen der rasant fortschreitenden Roboterisierung und Automatisierung des Drohnen- und Raketenkriegs hinzu. Den Krieg zu beenden, ist die Aufforderung an alle Kriegsparteien und Staaten in Europa und anderswo. Die berechtigten Interessen zu einem Ausgleich zu bringen, der immer auch einen Preis hat, muss von den Regierungen anerkannt und begonnen werden. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet uns im Angesicht zweier kurz aufeinanderfolgender Weltkriege, dem Frieden in der Welt zu dienen und dazu beizutragen, das Töten auf dem Schlachtfeld und das In-Brand-Setzen allerorten zu beenden. So verlangen es die Charta der Vereinten Nationen und die völkerrechtliche Pflicht. Wird die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik diesem Verfassungsauftrag gerecht? Frieden und Sicherheitspolitik gehören ins Zentrum. Gleichzeitig wissen wir, dass die Kriege, insbesondere der Krieg in der Ukraine , ganz besondere Rück- und Wechselwirkungen auf unsere soziale Republik und auf die Demokratie haben, mit allen nicht unerheblichen Konsequenzen für Ökonomie, Staatsfinanzen, Infrastruktur und Bildung, nicht zuletzt für die Zukunft der jüngeren Generation. Die Verschuldung darf nicht zu Lasten des Zusammenhalts gehen, das widerspräche dem Verfassungsauftrag, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. In anderen europäischen Ländern sind die Unruhe und der Widerstand angesichts der Politik bereits explodiert. Jahrzehntelang wurden wesentliche Staatsaufgaben vernachlässigt, die Sanierung und Modernisierung von Infrastruktur und Institutionen blieben aus. Mit der deutschen Bevölkerung wurden die nötigen „Reformen“ nicht abgesprochen. Nicht nur für die Menschen in der Ukraine ist es unabdingbar, den Krieg, die Zerstörungen und die Vernichtung der Infrastruktur zu beenden. Wir sehen am Krieg in der Ukraine und anderswo, dass Feindbilder und Feindzuschreibungen Hass fördern und im Widerspruch zur Vernunft, zum Recht auf Leben und zu den anderen Grundrechten der Volksgruppen in den einzelnen Staaten stehen. Nationalismus befeuert die Gewalt: Nur die Ein-Staat-Lösung kann Frieden bringen Ukraine und Nahost: Wer moralisch recht hat, hat noch keinen Frieden Für die sich zuspitzenden Krisen und die Belastungen der europäischen Völker und der Welt ist vornehmlich die Politik verantwortlich. Sie hat es nicht vermocht, Lösungen zu finden, obwohl es die Aufgabe der Regierungen ist, Leben zu schützen. Allein das ist Grund genug, den freien Geist zur Analyse der Lage zu nutzen und schonungslos zu ihrer Erhellung beizutragen. Nach bald fünf Jahren Krieg in der Ukrain
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