Renitenter Passagier: Swiss-Flugzeug muss in Zürich zurück ans Gate wegen eines renitenten Passagiers

Fuente: Tages-Anzeiger News-Briefing · sociedad · Suiza, Suiza

Renitenter Passagier: Swiss-Flugzeug muss in Zürich zurück ans Gate wegen eines renitenten Passagiers

Ein Reisender wurde gegenüber dem Kabinenpersonal vor dem Flug nach Oslo ausfällig. Das hatte Folgen für alle Fluggäste. Zweimal gab der Tower der Cockpitcrew von Swiss-Flug LX1210 nach Oslo am Freitagmorgen um etwa 10 Uhr die Startfreigabe. Zweimal lautete die Antwort, man brauche noch eine Minute. Dann erklärte einer der Piloten, es seien renitente Passagiere an Bord – man brauche die Polizei. Darauf rollte der Airbus A220-300 zurück ans Gate. Swiss -Mediensprecherin Nicole Meier bestätigt den Vorgang auf Nachfrage dieser Redaktion: «An Bord von Flug1210 befand sich ein Passagier, der sich kurz vor dem Auflinieren auf die Startbahn gegenüber der Crew verbal unangemessen verhalten hat.» Die Crew habe deshalb entschieden, ans Gate zurückzukehren. «Für Swiss haben die Sicherheit an Bord sowie der Schutz unserer Fluggäste und Mitarbeitenden höchste Priorität und eine Gefährdung des Luftverkehrs muss unter allen Umständen verhindert werden», so Meier weiter. Das Kabinenpersonal wird auf solche Situationen trainiert und ist entsprechend vorbereitet. Ziel: Auffällige Passagiere werden bereits am Boden identifiziert. Denn wenn ein Flugzeug schon in der Luft ist und dann umdrehen muss, ist der finanzielle Schaden bedeutend grösser. Und zudem geht mehr Zeit verloren. Was droht nun dem fehlbaren Fluggast? – Meier betont erst einmal: «Wir verurteilen jede Form von körperlicher oder verbaler Gewalt gegenüber unseren Crewmitgliedern aufs Schärfste.» Vorfälle mit aggressivem oder gefährlichem Verhalten bedrohten nicht nur einzelne Mitarbeitende, sondern könnten in letzter Konsequenz auch die Flugsicherheit gefährden. Im aktuellen Fall wurde der Passagier samt seinem Gepäck ausgeladen – und eben der Polizei übergeben. Konkrete Angaben, was ihm droht, macht Swiss nicht. Grundsätzlich müssen Fluggäste in schwerwiegenden Fällen renitenten Verhaltens aber mit einer Strafverfolgung durch die zuständigen Behörden sowie mit einem Flugausschluss rechnen. An Bord befanden sich 171 Passagiere. Für jene, die nach dem Abgang des renitenten Fluggastes noch dabei waren, ging es mit Start um 11.23 Uhr doch noch nach Oslo. Geplant gewesen wäre der Abflug um 9.40 Uhr. Auch der Rückflug verspätete sich. Laut Meier verpassten aufgrund der Verspätungen ein knappes Dutzend Passagiere ihre Anschlussflüge. «Wir verstehen, dass sowohl die Situation mit einem renitenten Passagier als auch das Verpassen eines Anschlussflugs für unsere Fluggäste sehr belastend und mit Unsicherheiten verbunden sein kann.» Die betroffenen Passagiere seien auf die nächstmöglichen Verbindungen umgebucht worden. Renitente Fluggäste sind ein zunehmendes Problem . Die Schweizer Airlines vermeldeten für das Jahr 2025 eine Zunahme der Fallzahlen um 17 Prozent. Besonders oft kommt es zu verbalen Angriffen auf das Personal der Fluggesellschaften – 518 entsprechende Fälle wurden gemäss Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) rapportiert. In 480 Fällen hielten sich die Passagierinnen und Passagiere nicht an die Anweisungen des Personals – etwa, indem sie sich weigerten, elektronische Geräte auszuschalten oder sich anzuschnallen. 297-mal wurde das Rauchverbot missachtet, 168-mal griffen Reisende an Bord zu selbst mitgebrachtem Alkohol. In 90 Fällen kam es zu Gewalt, in 45 zu sexueller Belästigung. Das Bazl büsste 166 Reisende – sie mussten zwischen 400 und 1000 Franken zahlen. Praktisch konstant blieb 2025 allerdings die Zahl der «unruly passengers», gerechnet auf 100’000 Fluggäste. Sie lag bei 6,7 und stieg gegenüber 2024 um 0,1 Prozent. Bezogen auf Swiss sagt Meier: «Es gab im letzten Jahr keine grossen Auffälligkeiten und es handelte sich bei uns 2025 auch nicht um ein Allzeithoch.» Bei der Anmeldung ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut. Um Artikel auf Ihrer Merkliste zu speichern, melden Sie sich bitte an.

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