Nach der Schließung der Wahllokale in Neuseeland zeichnet sich nach ersten Ergebnissen ein äußerst knappes Rennen zwischen der konservativen Regierungspartei National Party von Amtsinhaber Christopher Luxon und der sozialdemokratischen Labour-Partei unter ihrem Herausforderer und Vorgänger Chris Hipkins ab. Rund 3,8 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren im Rahmen der Parlamentswahl zu den Urnen gerufen worden, um die Weichen für die politische Zukunft des pazifischen Inselstaates zu stellen. Für eine stabile Regierungsmehrheit im Parlament, das insgesamt 120 Sitze umfasst, sind mindestens 61 Mandate erforderlich. Der gesamte Wahlprozess und die anschließende Auszählung wurden in einigen Landesteilen, insbesondere in der Metropole Auckland auf der Nordinsel, von teilweise heftigen Unwettern überschattet. Inhaltlich stand der Wahlkampf ganz im Zeichen massiver wirtschaftlicher Herausforderungen. Die Bevölkerung leidet spürbar unter stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, anhaltender Inflation sowie drastisch erhöhten Benzinpreisen, die unter anderem durch den Konflikt im Nahen Osten befeuert wurden. Die Regierung von Christopher Luxon stand dadurch enorm unter Druck, und mögliche finanzielle Entlastungen für Privathaushalte dominierten die politischen Debatten der vergangenen Wochen. Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatten diverse Umfragen darauf hingedeutet, dass beide großen Volksparteien unter die wichtige 30-Prozent-Marke stürzen könnten. Vor diesem Hintergrund dürfte kleineren politischen Gruppierungen eine entscheidende Schlüsselrolle bei der Bildung einer neuen Regierung zukommen. Beobachter stellen sich daher auf zähe und möglicherweise wochenlange Koalitionsverhandlungen ein. Zusätzliche Spannung bringt der Umstand mit sich, dass in den kommenden Wochen noch Hunderttausende sogenannte Sonderstimmen – darunter Voten von im Ausland lebenden Neuseeländern sowie außerhalb ihrer regulären Wahlkreise abgegebene Stimmen – ausgezählt werden müssen. Das endgültige amtliche Endergebnis wird für Ende November erwartet. Regierungschef Luxon führt seit dem Jahr eine Koalition an und hofft auf eine Bestätigung im Amt, während Labour-Chef Hipkins, der einst auf Jacinda Ardern folgte, das Ruder wieder herumreißen möchte. Wegen des Vornamens beider Spitzenkandidaten sprechen Beobachter oft vom Duell der beiden Chrises. Quelle: Handelsblatt #Neuseeland #Wahlen #Politik #International #Handelsblatt
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