Im November 1938 betrat der 17-jährige Herschel Grynszpan die deutsche Botschaft in Paris und schoss auf den Diplomaten Ernst vom Rath, um gegen die Deportation seiner Eltern und Tausender anderer polnischer Juden zu protestieren. Der Diplomat erlag seinen Verletzungen, was der nationalsozialistischen Führung als willkommener Anlass diente, um lang vorbereitete Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung in Gang zu setzen. Propagandaminister Joseph Goebbels inszenierte die Gewalt als vermeintlichen Volkszorn des deutschen Volkes. Nach einer hetzerischen Rede in München ergingen konkrete Befehle zur Zerstörung jüdischer Synagogen und Geschäfte, während Polizei und Sicherheitsdienste angewiesen wurden, sich herauszuhalten. In der Folge wurden mehr als 1.300 Menschen ermordet, über 30.000 Jüdinnen und Juden verhaftet, Hunderte Gotteshäuser zerstört und Tausende Geschäfte verwüstet. SS- und SA-Männer sowie Parteimitglieder beteiligten sich an den Ausschreitungen, die offiziell nach kurzer Zeit für beendet erklärt wurden, obwohl in verschiedenen Regionen noch wochenlang Übergriffe stattfanden. Die NS-Führung nutzte die Tat gezielt zur Verschärfung der Verfolgung und als Wegbereiter für die darauffolgenden gesetzlichen Maßnahmen gegen das Judentum. Quelle: NDR.de #Geschichte #Nationalsozialismus #Gedenken #Erinnerungskultur #HistorischeChronologie
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