«Wir können bis heute nicht auf bestimmte Metalle verzichten, weil sie super Eigenschaften haben», sagt DNCA-Portfoliomanager Alexandre Carrier im Gespräch mit finews. Das veränderte geopolitische Umfeld und der neue rohstoffintensive Wirtschaftszyklus sprechen für Edel- und Industriemetalle. Darin zu investieren ist allerdings nicht trivial. Es ist ein spezieller Fonds, den DNCA Finance, die Investment-Boutique von Natixis Investment Managers, anbietet. Er investiert zum einen in Edelmetalle wie Gold und Silber und zum anderen in Industriemetalle wie Kupfer, Nickel, Zink, Zinn und Aluminium. Umgesetzt wird die aktive Strategie indirekt über Futures, also am Terminmarkt, wo die Liquidität hoch ist. Die Benchmark, die es zu schlagen gilt, ist der Goldman Sachs Metal Index. Als Portfoliomanager trägt Alexandre Carrier die Verantwortung für den im Februar 2024 lancierten DNCA Invest Strategic Ressources; zurzeit beträgt das Fondsvolumen rund 785 Millionen Euro. Carrier begann seine Karriere 2006 bei einem japanischen Asset Manager in London als Buy-Side-Analyst. 2009 wechselte er in den Rohstoffmarkt, als Commodity Portfolio Manager bei Edmond de Rothschild in Luxemburg und Japan. Seit 2011 ist er für die Natixis-Gruppe in Paris tätig und seit 2020 für DNCA (die drei ersten Buchstaben stehen für die Initialen der drei Gründer und das A für Associés). Vor wenigen Wochen weilte Carrier für Investorengespräche in der Schweiz. Diese Gelegenheit nutzte finews, um mit ihm über Eigenheiten von Anlagen in diesem Metallmärkten zu diskutieren. Das Treffen fand in den Räumlichkeiten von Natixis in Zürich statt. Edelmetalle gehören besonders in der Schweiz schon lange zur Standard-Asset-Allokation. In den letzten Jahren haben etliche Banken die Quote insbesondere für Gold deutlich erhöht. Etwas anders gelagert ist der Fall bei den Industriemetallen. Hier dürfte das Gros der Investoren, wenn überhaupt, im Rahmen der Aktienquote engagiert sein, also in Titeln von Metallminengesellschaften. Carrier kennt beide Seiten, hat er doch vor 15 Jahren selber einen Aktienfonds von Metallproduzenten verwaltet. «Es handelt sich bei den Aktien um ein risikoreicheres Investment, weil diese Unternehmen oft mit viel Leverage operieren. Läuft es aber gut, kann man damit umgekehrt auch sehr viel verdienen.» Demgegenüber ist sein Fonds über die Futures etwas defensiver positioniert und nicht anfällig auf unternehmensspezifische Ereignisse. Kann beispielsweise ein grosser Anbieter wegen eines Unfalls längere Zeit nicht produzieren, wird dessen Aktienkurs fallen, der Preis des entsprechenden Rohstoffs aber zulegen. Zudem bieten Rohstoffe eine bessere Absicherung gegen die Inflation als Minenaktien. Dort wird oft zyklisch investiert, was die Kosten zusätzlich antreibt und die Profitabilität schmälert. Doch ergibt es grundsätzlich Sinn, sich über ein Vehikel in so unterschiedlichen Märkten wie Edel- und Industriemetalle zu exponieren? Gold z.B. wird v.a. als Anlage und für Schmuck verwendet, Kupfer hingegen spielt für die Energiewende weg von Kohle, Öl und Gas eine tragende Rolle. «Edelmetalle sind knapp und schützen gegen das Debasement-Risiko.» Auch diese Frage, die ihm von Schweizer Investoren oft gestellt wird, trifft den Portfoliomanager nicht unerwartet. «Unsere Überlegung hinter dem Produkt ist, dass die Welt sich zurzeit besonders stark verändert: Geopolitik, Reshoring, Rückkehr des Merkantilismus, galoppierende öffentliche Verschuldung und hartnäckig hohe Inflation. Deshalb sind Edelmetalle sinnvoll; sie sind knapp und schützen gegen das Debasement-Risiko, die Gefahr, dass der Wert des Dollars und anderer wichtiger Währungen durch Inflationierung oder andere politische Massnahmen ausgehöhlt wird.» Die Schulden der G-7-Staaten. (Grafik: DNCA) Zum anderen ist dieses Umfeld auch für die Industriemetalle günstig. Die Finanzmarktgeschichte sei von Zyklen geprägt, in denen Rohstoffe abwechselnd eine Haupt- und eine Nebenrolle spielten. «Heute haben Ressourcen wie
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